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Intonationsprobleme? Yanagisawa A-W01

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Stephan!, 15.Mai.2017.

  1. Stephan!

    Stephan! Schaut öfter mal vorbei

    Hallo zusammen,

    Ich habs jetzt tatsächlich getan und mir ein ernsthaftes Saxophon (s.o.) geleistet. Es stand so ganz allein bei meinem Musikhändler und ich war sehr angetan von der tollen leichten Ansprache, dem mühelosen Spiel usw.

    Jetzt, zuhause, stelle ich fest, dass das offene cis2 (also nichts gedrückt) doch ziemlich tief intoniert - und das bei so einem als gut intonierend gelobten Instrument. Es fällt besonders stark beim Abstieg vom d2 auf. Durch Ansatz / Mundstück / Stütze ist dem nicht beizukommen,
    Wesentlich besser ist der "lange" Griff mit OK oder "übergeblasen", da ändert sich der Toncharakter auch nicht.

    Meine Anfängerfragen:
    Ist das normal so?
    Sucht man sich am Sax nunmal den Griff aus, der am besten passt?
    Zurückbringen?

    Vielen Dank schonmal!
    Stephan
     
  2. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Wie lange spielst Du?

    Was hast Du bis jetzt gespielt?

    War Deine Intonation mit Deinem bisherigen Instrument tadellos?

    CzG

    Dreas
     
  3. Stephan!

    Stephan! Schaut öfter mal vorbei

    Ich fang eigentlich erst an, wenn auch zum zweiten Mal. Hatte jetzt 8 Wochen ein ziemliches altes Jupiter 767, das ich quasi ausgeliehen hatte. Da fiels mir zumindest nicht so auf.
    Aufgefallen ist es mir beim Tonleitern-Üben.

    Stephan
     
  4. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Hast Du genau diese Tonleiterübungen auch auf dem Jupiter gemacht und die Intonation gemessen?

    CzG

    Dreas
     
  5. Stephan!

    Stephan! Schaut öfter mal vorbei

    Nein, aber der Schritt zwischen gegriffen d und cis abwärts ist definitiv kein Halbton. Ich habs am Klavier abgenommen, das offene cis ist tiefer....
     
  6. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Wieso meinst Du dann, wenn Du gar keinen Vergleich hast, dass das Yanagisawa schlechter intoniert als Dein bisheriges Jupiter?

    Ist Dein Klavier sauber gestimmt? Hast Du es mit dem Stimmgerät geprüft? Auch den Ton auf dem Sax?

    Mit welchem Ton stimmst Du Dein Sax?

    CzG

    Dreas
     
  7. Stephan!

    Stephan! Schaut öfter mal vorbei

    Das Klavier ist tipptopp. Gestimmt nach Kammerton. Da ich viel mit Musik zu tun habe, kann ich schon mit Gewissheit feststellen, ob ein Intervall stimmt oder nicht. Und hier stimmt es offensichtlich nicht, während es mir beim Leihsax zwar auch aufgefallen ist, jedoch nicht in der Stärke. Da es - in unterschiedlicher Ausprägung- an beiden Instrumenten nicht stimmt, wollte ich die hier versammelten Experten fragen, ob beim genannten Ton (cis2) ein generelles Intonationsproblem bzw. eine besondere Schwierigkeit besteht. Mittlerweile habe ich entsprechendes auch schon gelesen.
    Generell fällt mir beim Yanagisawa auf, dass es wesentlich sensibler auf Rachenöffnung etc. reagiert. Wahrscheinlich liegt wohl hier (mein) Problem....
     
  8. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Das muss nicht Dein Problem sein, könnte aber. Das C#2 ist allerdings ein schwieriger Ton. Ich würde an Deiner Stelle mal einen anderen Spieler auf das Horn schauen lassen.

    LG Helmut
     
  9. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    Ja, gute Idee, erst mal sehen ob es am Instrument oder Spieler liegt.
    Ich hatte vor ein paar Jahren das gleiche Problem mit einem B901 von Yanagisawa.
    Da lag es teils am Instrument, noch mehr aber am Mundstück.
    Der Holzblasinstrumentenbauer hat damals die die Klappen etwas geöffnet, das hat schon was gebracht, aber wirklich besser ist es geworden, als ich ein anderes Mundstück genommen habe.
    Warum ausgerechnet das B901 so empfindlich aufMundstück reagiert, kann ich aber nicht sagen, liegt sicher auch an mir.Alt und Tenor von Yanagisawa haben diesen Ausreißer-Ton nicht.
     
  10. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    An einen Defekt glaube ich nicht.
    Mundstück rauf, bis das C# stimmt, zu hohe Töne fallen lassen. Muss man lernen...
    Sensibel reagiert das Yani vielleicht eher darauf, wie weit (oder eben nicht) das Mundstück am Kork sitzt.

    Grüße, T.S.
     
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  11. Stevie

    Stevie Ist fast schon zuhause hier

    Hi Stephan,

    mir fällt dazu folgendes ein:

    die Umstellung auf ein neues Sax kann schon auch die Intonation beeinflussen. Ist dann vor allem eine Frag der Gewöhnung.

    Ist das cis zu tief oder ist das d zu hoch und deshalb ist der Sprung zu groß? Das d intoniert ja gerne mal zu hoch.

    Klappenaufgang ist auch eine mögliche Ursache - obwohl Yanagisawas eigentlich gut eingestellt vom Hersteller kommen, kann es natürlich trotzdem Teil des Problems sein.

    Unbedingt mal jemand mit mehr Erfahrung darauf spielen lassen, ob der auch diese Probleme hat.

    Und mal verschiedene Mundstücke ausprobieren - obwohl nach meiner Erfahrung Yanagisawa-Saxe eigentlich nicht so empfindlich auf Mundstücke reagieren (die neue WO - Serie kenne ich aber noch gar nicht).

    Ich hoffe, Du bekommst das schnell gelöst.

    Schlechte Intonation ist immer superärgerlich.

    So long

    Stevie
     
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  12. b_nic

    b_nic Ist fast schon zuhause hier

    ich hatte ein Yanagisawa Wo10 Tenor ... geniales Instrument, aber etwas kritisch mit den Mundstücken. Nicht jede Kombination funktioniert. Das Yanagisawa A-W01 von Dir ist sicher auch absolut top. Lass mal einen Profi spielen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Yannagisawa schlecht intonierende Instrumente verkauft .....
     
  13. Stephan!

    Stephan! Schaut öfter mal vorbei

    Vielen Dank schon jetzt für die vielen konstruktiven Hinweise. Termin mit Profi ist gemacht, mein Stimmgerät habe ich mittlerweile wiedergefunden. Ich habe gestern schon festgestellt, dass mein neues (wirklich schön klingendes) Saxophon in der mittleren Lage viel stärker auf den Ansatz reagiert als das vorherige. Tatsächlich ist auch d und auch das e etwas höher. Bei zu weichem Blatt auch muffiger (Ansatz zu fest....). Dadurch platzt das cis auch vom Ton her immer etwas raus, sodass ich es bisher oft durch das lang gegriffene ersetzt habe.
     
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  14. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Das bestätigt @Ton Scott 's Vermutung (darauf wollte ich auch hinaus). Mundstück weiter rauf!

    CzG

    Dreas
     
  15. Stephan!

    Stephan! Schaut öfter mal vorbei

    Mit viel Gefühl ... geht noch recht streng....
     
  16. ArminWeis

    ArminWeis Experte

    Hallo Stephan!,

    das cis2/cis3 ist auf modernen Instrumenten (vor allem bei Sopran und Alt) der schlimmste Kompromisston. Stimmt er in der Mitte, ist er oben zu hoch. Stimmt er oben, ist er in der Mitte zu tief. Früher hat man es bei der Instrumentenkonstruktion „vermittelt“, also das Tonloch so platziert, dass der Ton in der Mitte ein bisschen zu tief war und oben ein bisschen zu hoch.

    Ich glaube, dass Yanagisawa das heutzutage absichtlich so baut. Also zu Gunsten eines wirklich gut stimmenden cis3 vertraut man darauf, dass der Hilfsgriff für das cis2 sich mittlerweile etabliert hat (das ist zumindest bei den Klassikspielern Standard).

    Manche Altsax Modelle (z.B. Selmer Serie III oder auch einige Taiwan Hörner) haben eine Korrekturklappe für diesen Zweck. Beim Sopran, wo das Cis Problem noch größer ist, ist die Korrekturklappe übrigens auf allen Fabrikaten Standard mittlerweile.

    Der Hilfsgriff für cis2 geht so: Oktavklappe (mit dem Daumen) und G-Klappe (mit dem linken Ringfinger) drücken, dann sollte es einigermaßen stimmen.

    Beste Grüße,
    Armin

    P.S. Vorher "einstimmen", also das Mundstück in die richtige Position bringen, ist natürlich unerlässlich. Ich schlage immer vor, den Ton g1 (linke Hand komplett ohne Oktavklappe) zum Einstimmen zu verwenden.
     
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  17. reiko

    reiko Ist fast schon zuhause hier

    Bei meinem Sopran hatte ich anfangs auch immer wieder dieses Problem. Da hatte die gerade erwähnte Korrekturklappe geklebt. Mit der Zeit und ein bisschen Filterpapier hat sich das gegeben. Vielleicht ist es das ja?
     
  18. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Danke @ArminWeis

    mir hätte man das vrmtl wieder nicht geglaubt ;-)

    Das kurze c# ist bauartbedingt nicht stimmig zu bekommen auf dem Sax, na ja, jedenfalls nicht in dem Maße wie die anderen Töne, es seidern man bemüht eben jene Hilfsmechanik, wie sie bei vielen Sopranen, aber eben auch neuerdings manchen Altsaxophonen zu finden ist, bspw. dem Serie III von Selmer. Aber hängt natürlich vom Instrument, dem Mundstück und vor allem dem Spieler ab, wie sehr sich das auswirkt.

    Als weiteren und mir besser liegenenden Hilfsgriff für das c#'' empfehle ich normalen Griff plus geöffnetes Seiten-C. Klingt auch m.E. besser als das Oktavklappengewurschtel, aber ist Geschmackssache.

    Allerdings sollte man sich als Anfänger nicht gleich auf die Hilfsgriffe konzentrieren, sondern erst mal eine optimale Position des Mundstückes und entsprechende Ansatztechnik lernen. Erst den dann noch verbleibenden Rest kann man ggf. dann per Hilfsgriff ausgleichen. Man kann aber meist auch ganz ohne HIlfsgriffe auskommen, wenn man die nötige Intonationsflexibilität erreicht hat, und die braucht man sowieso.

    In diesem Sinne würde ich den Hinweis von @Ton Scott erst mal ernsthaft weiter verfolgen. Mit einer Einschränkung vielleicht. Ich persönlich würde nicht auf das kurze c#'' stimmen und den Rest anpassen. Durchaus höher als du es jetzt vermutlich tust, aber nicht ganz so weit.

    Gruß,
    Otfried
     
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  19. Stephan!

    Stephan! Schaut öfter mal vorbei

    @reiko
    Leider habe ich ja keine Korrekturklappe... aber danke!
    @ArminWeis
    Vielen Dank für die wertvollen Hinweise, das erklärt es natürlich. Mit einiger Ansatzübung wird es auch schon besser, die Hilfsgriffe mildern auch noch etwas ab. Zudem ist der lange Griff mit OK wirklich schön und lässt das cis auch runder klingen. Da kann ich auf jeden Fall noch viel Erfahrung sammeln.
    Auch der Hinweis mit dem Mundstück hat schon viel gebracht, ich habe mich einfach nicht getraut, das mpc so weit aufzuschieben, da alles noch neu ist, geht das noch recht streng.

    Vielen Dank an alle!
    Stephan
     
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  20. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    Wenn es mit Fett nicht geht, kannst du den Kork problemlos mit Schmirgelpapier etwas dünner machen.Am besten den S-Bogen hinter dem Kork vorher mit Tuch und Klebeband umwickeln ;)