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Jazz Waltz?

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von 47tmb, 14.Mai.2017.

  1. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

  2. Rick

    Rick Experte

    Ein schöner langsamer Walzer sehr innig vorgetragen, es sind mehr Akkorde (sogar alterierte sind dabei!) zu hören als an einem Tag Pop-Radio - gefällt mir! :)

    Aber Jazz? Doch eher nur ein Rückgriff zum guten alten Song-Writing im Stil des "Great American Song Book", also Broadway und Tin Pan Alley, mit einem spürbaren Schuss brasilianischer Bossa-Nova-Melodik. Zurück in die 1960er, zu Komponisten wie Burt Bacharach, Henry Mancini und A. C. Jobim, zu Interpreten wie Frank Sinatra und Astrud Gilberto, doch mit Jazz hat das herzlich wenig zu tun - dafür fehlt einfach die Improvisation. :cool:
     
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  3. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Man darf auch mal angenehm überrascht sein.....eine schönen Melodie übertrifft das ganze übliche Mist-Gebumse.o_O

    Das lässt doch hoffen :)
     
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  4. edosaxt

    edosaxt Ist fast schon zuhause hier

    Ich mag das Liedchen...
    Nett!
     
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  5. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Ich find' den Song klasse!! Hätt' ich der ESC Gemeinde nie zugetraut, sowas zum Sieger zu küren.

    Ich finde auch, daß es jazzig rüberkommt, ob es wirklich Jazz ist vermag ich nicht zu beurteilen.

    Ist Improvisation unabdingbar, damit es Jazz ist?

    CzG

    Dreas
     
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  6. 47tmb

    47tmb Ist fast schon zuhause hier

    Jo. Genauso empfinde ich das auch. Ein nettes Liedchen.
     
  7. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Naja, ein paar Takte im Gesang der Dame klingen immerhin nach Billie Holiday.
    Portugiesisch ist natürlich unfair, das umarmt Dich, da kannst Du gar nicht anders als es zu mögen, wobei ich die Musik jetzt nicht so großartig finde.
    Die Elis Regina hätte mir wie Kaa die Schlange "Vertraue mir" vorsingen können und hätte mit mir alles machen können:

    Großartig finde ich, dass das nicht passiert ist, was immer passiert (Feuerwerk, Brautmoden, Pferde, Gorillas), und das Lied trotzdem gewonnen hat.
    Gratulation!
     
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  8. Rick

    Rick Experte

    Gegenfrage: War Frank Sinatra ein Jazz-Musiker? Oder Barbra Streisand?

    Man darf nicht vergessen, dass im Swing Jazz und Pop aufeinander trafen, doch dann hat sich der Jazz weiterentwickelt; natürlich haben sich Pop und Jazz danach noch häufig gegenseitig befruchtet, was die Unterscheidung so schwer macht.

    Generell: Im Jazz zählt der individuelle Musiker, der nicht nur interpretiert, sondern auch spontan etwas Eigenes schafft. Im Pop zählt der Song, der vom Interpreten nur vorgetragen wird, und zwar bei jeder Gelegenheit möglichst gleich, ohne echte Veränderungen. Die Grenzen sind natürlich fließend, wie bei allen Versuchen, Kunst in Schubladen zu stecken.
    Für mich war da eher Roger Ciceros ESC-Beitrag vor einigen Jahren "jazzig", dieser Song hier hat in meinen Augen etwas schön Nostalgisches, er versucht damit aber gerade nicht, etwas Neues zu erschaffen.

    Das kann natürlich jeder anders sehen - sich darüber zu unterhalten finde ich sehr interessant! Und Kategorien bedürfen meiner Ansicht nach sowieso einer regelmäßigen Überprüfung, ob sie noch zeitgemäß sind und inwiefern sie überhaupt zutreffen.

    Schöne Grüße,
    Rick
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.Mai.2017
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  9. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Auch interessant, Du siehst Bezüge zu lauter Dingen, die entweder dem Jazz zuzurechnen sind oder Jazz-Bezug in sich haben, aber nur weil die keine "Interpretation" drin haben, ist es für Dich nicht Jazz... und ist nur "Interpretation", wenn andere Töne als die in den Noten erklingen?

    Also Interpretation wäre jetzt auch nicht genug? Was ist jetzt "Interpretation"?

    Und woher wissen wir, wieviel "eigenes" im Vortrag ist, ohne die Noten gesehen zu haben?

    Ob ich es als "Jazz" betrachte... so "Jazz" wie "My way" allemal...
     
  10. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @visir

    @Rick sprach von "Improvisation" nicht von "Interpretation".

    Für ihn ist Improvisation ein notwendiger Bestandteil des Jazz.

    DAS kann man natürlich diskutieren.

    Ich finde schon, daß "Improvisation" ein zentraler Bestandteil des Jazz ist, bin mir aber unsicher, ob es ein notwendiger Bestandteil ist.

    CzG

    Dreas
     
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  11. ppue

    ppue Experte

    Ach, die Schubladen. Das lohnt doch nicht die Diskussion. Der Sänger hat ne starke Affinität zum Jazz, das hört man. Das Stück ist ein Chanson.

    Einen Jazz Waltz höre ich da auch nicht.
     
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  12. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    ups, mein Fehler...
     
  13. Rick

    Rick Experte

    Sowohl Frank Sinatra als auch Astrud Gilberto haben zwar viel mit Jazzern zusammen gearbeitet, sahen sich aber selbst nicht als Jazzer.
    Und kann es sein, dass Du Interpretation und Improvisation miteinander verwechselst? ;)

    Allgemein ist Interpretation die Wiedergabe eines Musikstücks durch einen Musiker, wie ein Schauspieler eine Rolle ausfüllt. Improvisation hat jedoch den Anspruch, darüber hinaus wesentlich mehr Eigenes einzubringen.

    Bekannte Sänger der letzten Jahre, die man zweifelsfrei als Jazzer sah, waren beispielsweise Al Jarreau und Roger Cicero: auch da, wo sie "nur" interpretierten, hört man deutlich, dass sie jederzeit darüber hinaus gehen können; solche Freiheiten haben sich Sinatra und seine Kollegen nie erlaubt.
    Und Nat King Cole war als Pianist Jazzer, als Sänger jedoch blieb er immer recht brav beim Vorgegebenen - wenn auch mit sehr eigener Note, die natürlich ein erfolgreicher Pop-Musiker braucht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.Mai.2017
  14. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    so wie "Autumn leaves" (Les feuilles mortes)? ;)
     
  15. ppue

    ppue Experte

    Ja, viele Chansons wurden zu Jazzstandards. Aber erst einmal waren es Chansons.
     
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  16. Rick

    Rick Experte

    Wie "My Way". ;)
    Das wurde auch nicht durch Paul Anka oder Sinatras Cover-Version zum Jazz-Standard, sondern erst, als sich veritable Jazzer des Songs annahmen.
    "Jazzig" ist etwas anderes als richtiger Jazz, da wird mit stilistischen Merkmalen gespielt, ohne eben den letzten Schritt zur Freiheit zu gehen.
     
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  17. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Für die Veranstaltung ist es ein toller Song bzw. eine tolle Komposition.
     
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  18. kokisax

    kokisax Ist fast schon zuhause hier

    Hatte zufällig diesen portugiesischen Beitrag beim Durchzappen ganz gesehen da im Vorspann von einem "Jazzer" gesprochen wurde und ich dachte mir nach dem Vortrag : "Der hat was, was andere nicht haben".
    Es kam in meinen Gedanken zur Assotiation vom Melody Gardot´s "Baby I´m a fool".....warum auch immer
    (auch kein Jazz und auch nicht aus dem Great American Songbook), aber schön......
    Stunden später war ich angenhem überrascht als ich lesen durfte wer gewonnen hat.

    kokisax:)
     
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  19. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Wenn man die Frage mit "Nein" beantwortet muss man feststellen, wie am Arsch die Popmusik ist - zumindenstens die, die tagtäglich von den großen Sendern gespielt wird.
     
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  20. Florentin

    Florentin Ist fast schon zuhause hier

    Das glaube ich auch.

    Interessant wäre aber die Frage: warum? Weil sie mit dem, was sie gemacht haben, viel erfolgreicher sein konnten. Also kommerzialisiert (trotzdem auf sehr hohem Niveau). Der Swing war ja auch damals keine elitäre Musik, sondern Tanz- und Unterhaltungsmusik. Quasi die damalige Popmusik. Ganz oben in den Hitparaden.

    Typisch diesbezüglich finde ich z.B. die Entwicklung von Leuten wie Louis Armstrong oder Sidney Bechet. Zu Beginn echte Jazzer, sogar bahnbrechend und wegweisend. Am Schluss aber Popsänger oder Spieler von Schnulzen.
     
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