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Stimmung auf 440/442 Hz?

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von mgsax, 13.April.2004.

  1. mgsax

    mgsax Ist fast schon zuhause hier

    Der Kammerton A liegt lt. Definition bei 440 Hz.
    Gestimmt wird offensichtlich im europäischen Raum häufig auf 442 Hz (siehe FAQ http://portal.saxophone.de/modules/icontent/index.php?page=23&PHPSESSID=f19114af3eadacd286ecb0402db95ae3 ).
    Wie sieht es denn mit den aktuellen Saxophonen aus. Sind die ausgelegt auf 440 oder auf 442 Hz?
    Es gibt wohl Probleme mit der Intonation wenn ein auf 440 Hz ausgelegtes Sax auf 442 Hz eingestimmt wird (siehe z.B. Testbericht http://www.sonic.de/cms/tests/cannonball.html ).
    Auf welche Stimmung sind die europäischen Instrumente von Keilwerth, Selmer etc. ausgerichtet? Werden für USA andere gebaut? Wie liegen die Japaner?
    Bisher habe ich immer auf 440Hz gestimmt (Altsax SX90R). Das hat ganz gut gepasst.
    Für den Test anderer Saxophone habe ich ebenfalls die 440 Hz als Grundstimmung eingestellt. Lag ich da falsch?
    Sind da meine Abweichungen von einer guten Intonation hausgemacht und mit 442 Hz behoben?

    Fragen über Fragen. Vielleicht weiß jemand Antworten dazu?

    Gruß
    Markus
     
  2. Schorsch

    Schorsch Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Markus,

    die meisten heute hergestellten Instrumente sind weiterhin auf 440 Hz gestimmt, wobei in manchen Ensembles die Grundstimmung für einen strahlenderen Klang mittlerweile auf 443 Hz gestiegen ist. Einzig die "European Models" von Buffet, also die Instrumente mit einem "E" in der Seriennummer sind in 442 Hz gebaut. Die Conn "High Pitch" liegen da schon weit drüber. Wie die Lage bei den heutigen Buffets ist - keine Ahnung, da hat sich ja auch von der Applikatur her wieder eine Rückentwicklung vollzogen. Also pauschalisiert: moderne Instrumente immernoch 440 Hz.

    Man sollte diese Sache allerdings auch nicht überbewerten. Es ist zwar schade, dass dem schon lange anhaltenden Trend nicht gefolgt wird, aber davon geht auch nicht die Welt unter. Letztendlich kann es auch sein, dass du mit einer perfekten Stimmung mehr als daneben liegst, weil du aus dem Klang des Ensembles einfach rausfällst. Deswegen ist es sowieso wichtig, ein relatives Gehör zu entwickeln und die Intonation auszugleichen. Ob etwas mehr oder etwas weniger - in meinen Augen nicht so wichtig. Schließlich schaffen es auch Leute, auf Instrumenten, die vor der Festlegung auf A = 440 Hz gebaut wurden, gut zu intonieren.

    Du lagst also bisher nicht falsch, und wenn du auf 440 Hz gut stimmst, liegst du auch mit 442 Hz im Prinzip nicht daneben.
     
  3. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube auch, dass es kein wesentlicher Unterschied ist, ob du auf 440 oder 442 Hz einstimmst - einen Intonationsausgleich bei den heiklen Tönen musst du ja ohnehin vornehmen. Ich habe persönlich noch nicht festgestellt, dass es in diesem relativ kleinen Rahmen so gravierend anders wird, was man an Ausgleich tun muss.

    Alles Liebe

    Toffi
     
  4. Mikael

    Mikael Schaut öfter mal vorbei

    Leider gibt es auch bei meinen Saxophonen Intonationsprobleme, zum Teil kann ich es mit den Ansatz ausgleichen, aber einige Töne klingen trotzdem nicht gut. Gibt es da Hilfsgriffe z. B. das cis2 klingt furchtbar zu tief auf meinen Altsax.
    Grüsse
    Mikael
     
  5. Schorsch

    Schorsch Ist fast schon zuhause hier

    Hi Mikael,

    auf was spielst du denn?

    Für das c#'' gibts ne ganz einfache Lösung: du kannst es lang greifen, also das c#' mit Oktavklappe. Besonders auf alten Instrumenten klingt es dann auch wesentlich angenehmer. Und: dieser Griff ist meistens einen Tick höher.
     
  6. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Mikael,

    ich stimme nach Möglichkeit mit dem cis2 ein und lasse die höheren Töne dann eher fallen, denn das ist wohl bei den meisten Saxophonen der "tiefste" Ton - und bei meinem Yani-Alt klingt der lange Griff wie Hohner-Melodica...
     
  7. Andrea

    Andrea Kann einfach nicht wegbleiben

    Mir ist das bei saxophonen zwar allgemein noch nicht so aufgefallen, aber in vielen Orchestern geht der trend eindeutig zum immer höheren Einstimmen zB 445 o. 446Hz.
    Daher ist es so dass ältere Instrumente (insbesondere bei Klarinetten) tiefer gestimmt sind und nicht höher gestimmt werden können, was zur Folge hat, dass sich die Leute dann zum Teil neue Klarinetten kaufen müssen.
    Dh. neue Klarinetten sind höher gestimmt als alte, aber bei anderen Instrumenten ist mir das noch nicht so sehr aufgefallen.
     
  8. Hubert

    Hubert Nicht zu schüchtern zum Reden

    Das stimmt, ist aber schon seit Jahren so. Mein Bruder mußte sich seinerzeit den Stimmzug der Posaune kürzen lassen um im Symphonieorchester spielen zu können.
     
  9. rbur

    rbur Mod Moderator

    warum stimmen wir nicht alle auf 450 und haben dann die nächsten 10 Jahre Ruhe?
     
  10. Doellcus

    Doellcus Ist fast schon zuhause hier

    Auch 'ne Art, sich wichtig zu machen: Die Pitch erhöhen.

    Seit 1939 gilt: 440Hz = Kammerton A. Ich weiß schon, warum mir der gespielte Jazz sympatischer als die gehörte Klassik ist;-).
     
  11. Mikael

    Mikael Schaut öfter mal vorbei

    Hallo Schorsch,
    ich spiele auf einen Alt von Selmer Super Action. Da gibt es aber schon noch ein paar solcher Töne, z.B. dis' (eb'). Werde heute noch deinen Tipp für c#'' versuchen. Danke.
     
  12. Schorsch

    Schorsch Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Mikael,

    du kannst beim d# mal versuchen, das tiefe h dazuzunehmen. Das funktioniert für das d'' zumindest ganz gut wenn es zu hoch ist, auch wenn es dadurch etwas stuffy wird. Ob das in der unteren Oktav ähnlich funktioniert, hab ich noch nicht probiert.
     
  13. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Mir wurde immer wieder gesagt, dass es vor allem die Oboen seien, die diese Stimmtontreiberei forcieren...

    Als Rache spiele ich jetzt mit wachsender Begeisterung barocke Oboenconcerti mit dem Sopran-Saxophon - und zwar bei 440 Hz eingestimmt... ;-)

    Alles Liebe

    Toffi
     
  14. mgsax

    mgsax Ist fast schon zuhause hier

    Na da bin ich jetzt aber beruhigt. 440Hz sind immer noch das Mittel der Wahl. Zumindest für mich.

    Gruß
    Markus
     
  15. Lusaut

    Lusaut Kann einfach nicht wegbleiben

    Vorallem für Rekonstruktion alter Musik sind Blockflöten mit einer 415 Hz Stimmung durchaus üblich. Manche Flötenbauer stimmen Flöten mit "moderner" Stimmung auch schon auf 442 Hz.
     
  16. Doellcus

    Doellcus Ist fast schon zuhause hier

    Mich beschäftigt das aber schon. Warum machen die das? (Meine Bemerkung war ja nicht ganz so ernst aber schon provokant gemeint)

    Wird die Stimme der Sänger höher? Gibt es Instrumente, die sich nicht stimmen lassen? Will man das Subkontrabass C anheben (Weil es keiner mehr hören kann)? Ist die Temeratur in den Konzerthallen so niedrig geregelt (Da wir der Ton ja tiefer)

    Bei meinem Tenor hatte ich es noch nicht gemacht, mein Expression konnte ich locker auf 442 oder 440 Hz stimmen.
     
  17. Schorsch

    Schorsch Ist fast schon zuhause hier

    Soweit ich das immer höre,

    wird das gemacht, damit der Gesamtklang heller und strahlender wird. Aber ob da jetzt 1 Hz mehr oder weniger so viel ausmacht?
     
  18. Lilith

    Lilith Ist fast schon zuhause hier

    Hm, für mich als Anfängerin hört sich das an wie der Streit um des Kaisers Bart ;-) Aber ok, ich kann da vermutlich (noch) nicht so wirklich mitreden. Gibt noch so vieles rund ums Saxophon(spielen) bei dem ich mich frage ob das wirklich alles sonen wahnsinnigen Einfluß aufs Klangergebnis hat. Vielleicht offenbart sich mir das ja irgendwann mal :)
     
  19. feo

    feo Ist fast schon zuhause hier

    Die Schuld an dem Wettbewerb, wer hat das schönste "a" (440 oder 442) liegt, soweit ich das gehört habe und daraus irgendwelche Schlüsse ziehen kann, in den Geigen und zwar meist beim Konzertmeister. Egal welches "a" gegeben wird, einige dieser Geigen stimmen ihr Instrument absichtlich ein wenig höher - bis zu 446 , damit diese Geige sich schön strahlend aus dem Orchesterklang abhebt und der "Meister" sozusagen obendrüber steht.
     
  20. 8panther

    8panther Ist fast schon zuhause hier

    Jaja, das Geigermotto "Lieber zu hoch als falsch". Zum Glück neigen Bläser ja nich zu sowas.... ;-)

    Wobei es für das angenehme Klima im Forum spricht, daß sich noch keiner der Besitzer eines absoluten Gehörs nach vorn geschoben hat.

    Viel spannender finde ich die Frage, wie man in größeren Gruppierungen (siehe: Ensembles) zu einer Stimmung findet. Wenn ich da lese

    frage ich mich doch...