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TaiChi & Musik

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von grosskopf, 9.Januar.2017.

  1. grosskopf

    grosskopf Ist fast schon zuhause hier

    Meister Reed spielte zwar nicht Saxophon -zumindest ist mir das nicht bekannt- aber seine Herangehensweise ist mir extrem sympathisch und nahe.
     
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  2. Barisach

    Barisach Kann einfach nicht wegbleiben

    @grosskopf

    Kommt mir ein wenig vor, wie ein deja vu !

    Ein Arbeitskollege und Kumpel meines Sohnemanns spielt eine wahnsinnig schnelle und göttliche Klarinette. Ich habe ihm mein altes Sopransax geliehen, weil er sich darauf auch mal versuchen wollte und er schrieb mir genau das gleiche, nämlich daß er das ganz langsam und bewusst angehen würde, jede Fingerbewegung, jeden Ton jede Melodie erst mal in Zeitlupe zu trainieren.
    Entgegen meiner Ungeduld habe ich das dann auf dem Bariton auch so gemacht und ausprobiert und es bringt tatsächlich unheimlich viel !
    Auch Stücke die ich längst ganz locker spielen kann nochmals in Zeitlupe durchzugehen, macht einem viel bewusster, was man da eigentlich genau tut und wo man vielleicht doch noch mogelt und murkst.

    Meine Lehrerin, die ich alle paar Wochen bzw inzwischen eher nur noch alle paar Monate mal zur Gegenkontrolle aufsuche fand das nicht so prickelnd. Sie meinte: Was soll das ? Du kannst es doch ! Spiel doch in vollem Tempo das trainiert Dich doch viel besser !
    Aber da bin ich anderer Meinung und lege immer wieder mal die fast schon meditative Zeitlupe ein.
    Seit dem werden meine hohen Töne auch merklich runder. Bisher empfand ich sie als etwas nörgelig oder quäkig. Nicht besonders schlimm aber eben auch nicht genau so, wie ich das gerne hätte-
    Das langsame Üben kann ich also nur empfehlen !

    Grüßle

    Isach
     
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  3. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Komische Lehrerin, denn meine Lehrer sagen auch immer, dass man es so langsam üben soll, dass man es wirklich sauber spielen kann, und nur schneller werden soll, wenn das auch wirklich geht.
     
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  4. grosskopf

    grosskopf Ist fast schon zuhause hier

    Durch TaiChi hat sich bei mir zunächst die Körperhaltung beim Spielen verbessert. Ich habe mehr darauf geachtet, wie sich das Spielen körperlich anfühlt. Wenn ich wirklich viel Zeit habe zu üben, mache ich immer eine TaiChi-Session direkt vor dem Üben....quasi zum Warmwerden.
    Das mit dem langsamen spielen habe ich vorher schon gemacht....haben meine Lehrer mir immer empfohlen. Es hat aber eine Zeit gedauert, bis ich's geglaubt habe, dass das hilft ;-)
     
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  5. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    ich brauch kein TaiChi für eine gute Körperhaltung - die habe ich schon beim Gesang gelernt, beim Tanzen sowieso... aber stimmt, im Sax-Unterricht wird da vergleichsweise wenig darüber gesprochen.
     
  6. Pil

    Pil Ist fast schon zuhause hier

    Wenn es hinten weh tut, soll man vorne aufhören. :p
     
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  7. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Es ist immer ein Wagnis, im Forum diese Sachen zu besprechen, weil die Gefahr besteht, dass sie in's Lächerliche gezogen werden (ich unterstelle mal keine Absicht, sondern Unwissenheit).
    Egal ob Tai-Chi oder Alexander-Technik oder sonstwas, Selbstbeobachtung, Körperwahrnehmung (wir nennen das in der AT "Kinesthetic sense") zu erweitern, verbessern ergibt Sinn für jeden Musizierenden, gleich auf welchem Level.

    Ich gehe mal so weit zu behaupten, dass bei vielen (auch manchmal bei mir) unbewusst stattfindende Prozesse stattfinden, die verhindern, dass vorne was Schönes rauskommt. Nicht das noch nicht Erlernte.
    Dieser Prozesse "Herr oder Frau zu werden", oder sich ihrer auch nur bewusst zu werden bedarf es meist der absoluten Verlangsamung. Punkt.

    Cheers
     
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  8. saxfax

    saxfax Ist fast schon zuhause hier

    Stimmt. Sagt mein Klavierlehrer auch immer - und es funktioniert.

    NB: Wahrscheinlich ist Ray Charles so auf seine geniale Version von "Georgia" gekommen :)
     
  9. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Nicht nur Unwissenheit. Manche halten es für esoterischen Quatsch.
    Das weckt auch Ängste.

    LG Helmut
     
  10. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Wollte ich gestern schon schreiben. Du hast absolut Recht.
     
  11. zappalein

    zappalein Ist fast schon zuhause hier

    dem stimme ich uneingeschränkt zu!!! gestern konnte ich etwas ähnliches sehr gut beobachten. eine freundin, die ihr altsaxspiel überraschenderweise vor etwa einem 3/4 jahr total aufgab und seitdem nicht mehr gespielt hat, lud mich zum frühstück ein. danach wollten wir etwas spielen. bei ihr kamen doch einpaar zweifel auf, ob nach all der zeit überhaupt noch etwas ging. bei ihr konnte man auch in der vergangenheit sehr gut sehen wie eine verkrampfung eintritt wenn etwas nicht klappt, besonders nach mehrfacher wiederholung. dies war auch gestern wieder zu beobachten, als es darum ging einfache kleine tonfolgen nachzuspielen, die ich ihr vorspielte. was ihr aber sehr gut tat, waren die besagten matt otto drones. es dauerte nicht lange und sie begann mit geschlossenen augen langsam tonleiter, terz, quinte, dur, moll zu spielen und wiegte sich dabei langsam hin und her. alles kam dann zum punkt zusammen. sehr schön zu beobachten. und ich hoffe, sie überlegt es sich nochmal und fängt wieder mit dem saxen an. sie hat bei allem anfängerhaften einen sagenhaft schönen ton auf ihrem alten -true tone- buescher.

    @bluefrog@Tom Scott
    Das weckt auch Ängste.
    wie ihr das?
     
  12. grosskopf

    grosskopf Ist fast schon zuhause hier

    Ehrlich, mir ist das wurscht wenn das einer als Spinnerei abtut. Die einen machen Yoga, andere TaiChi, wiederum andere trinken einen Tee vor dem Spielen. Entscheidend ist immer, was am Ende unseres schönen modifizierten Ofenrohrs rauskommt!
     
  13. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    :-?
    Wer, warum, wann, wo, wie.....?
    LG quax
     
  14. Huuuup

    Huuuup Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde man sollte beides tun. langsam üben hilft ungemein für den ton und das verständniss,schnell spielen hilft umsomehr für die finger und die Technik.
    ich beziehe immer beides in meine Übungen ein (wenn ich mal übe)
     
  15. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Püh .... gute Frage. :)

    Man rüttelt an den Grundfesten einer Person: Was ist Dein Körper? Was machst Du mit ihm? Viele können oder wollen sich nicht damit beschäftigen, sonst würden sie anders gehen, sitzen, spielen, wasauchimmer. Oder haben einfach nicht daran gedacht. (Es soll ja Kopfmenschen geben!) Andersherum: mit meinem Körper habe ich täglich zu tun, und ein anderer soll mir sagen, wie ich damit umgehen soll?

    Da trifft man - je nach Personengruppe - auf echte Fronten. Ich habe in Chören auch schon genügend Gegner von Einsingübungen erlebt.

    Den gerooteten Stand kenne ich auch vom Singen. Wenn ich eine schwere Tür von mir weg aufmache, dann mache ich das mit einem 'falling step', bringe mein Körpergewicht dahinter, der Arm überträgt nur die Kraft. Nicht von oben drücken, die Kraft kommt aus dem Boden.

    Grüße
    Roland

    PS:
    Wieviele Tai Chi-Meister braucht man, um eine defekte Glühbirne zu wechseln?
    Das Universum wechselt die Glühbirne und der Tai-Chi-Meister geht ihm dabei aus dem Weg. :)
     
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  16. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Super, jetzt hat es mir die Formatierung zerschossen :(
     
  17. Roland

    Roland Ist fast schon zuhause hier

    Habe ich da irgendwo 'Westfalen' gehört!? :)

    Grüße
    Roland
     
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  18. Saxoryx

    Saxoryx Ist fast schon zuhause hier

    Da ist es ja gut, dass ich gar nicht schnell spielen kann. So muss ich immer langsam spielen. :) Aber dass TaiChi, Yoga, Alexandertechnik etc. helfen, das liegt auf der Hand. Das ist körperliches Training, das die Muskeln und alles, was dazugehört, stärkt und zugleich das innere und äußere Gleichgewicht. Sollte jeder machen, egal, ob er Saxophon oder sonst was spielt oder nicht. Mit esoterisch hat das nichts zu tun. Okay, bei Klangschalen habe ich so meine Probleme, das ernst zu nehmen, das muss ich zugeben. ;) Ist aber bestimmt auch nur ein Vorurteil.

    Ich war heute beim Chiropraktiker, und er meinte, meine Schultern würden sich jetzt immer mehr zurückbewegen, also zu einer weniger vorgebeugten Stellung kommen, weil ich eben kräftiger geworden bin. Mein Oberkörper war immer sehr schwach. Bei vielen Frauen ist das so. Männer können sich das meist nicht vorstellen. Aber mein regelmäßiges Training im Sportstudio macht sich anscheinend bezahlt. Nach ungefähr zwei Jahren. Ich merke es auch daran, dass ich das Tenor jetzt einfach so hochheben kann. Das konnte ich früher nicht. Selbst das Alt war mir manchmal zu schwer.

    Durch diese hinzugewonnene körperliche Kraft fühle ich mich beim Spielen wesentlich unabhängiger, mehr in der Balance, freier, meine Finger zu bewegen. Das hat absolut nichts Esoterisches, sondern das sind einfach physikalische Fakten, würde ich sagen. Leute, die von Natur aus stark sind, können das wahrscheinlich nicht nachvollziehen, aber für mich ist das ein riesiger Schritt, damit ich nach dem Üben keine Schulter- und Rückenschmerzen mehr habe usw. Das entspannt sehr, und so kann ich mich wesentlich besser auf die Musik konzentrieren. Was wieder zum Anfangsthema TaiChi zurückführt (und ähnlichem), denn ich empfinde das als einen ähnlichen Effekt.
     
  19. Pil

    Pil Ist fast schon zuhause hier

    Das war soweit der Hinweiß von gestern.
    Etwas detailierter formuliert, "Es ist sehr wichtig, dass es jeder für sich erkennt" und dagegen etwas unternimmt.
    Sogar in Anfängerbüchern gab es Hinweiße den Gang zum Orthopäden zu vermeiden. Vor allem will doch keiner, dass sich jemand zum Krüppel spielt.
    Für TaiChi hab ich selbst aber leider keine Geduld mehr. Für jemanden der zurecht kommt super.