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Überblasen in die Oktave

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Ton Scott, 12.November.2017.

  1. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Hallo,

    angeregt durch dieses Zitat habe ich ein kleines Video für Euch gemacht, lasst uns diskutieren wie Ihr das Überblasen gelernt habt, was Eure Lehrer Euch vermittelt haben, vielleicht kann ich ja auch was lernen.

    Ich bin ja auch kein Freund von zu harten Blättern, und bei 4C und Stärke 1 (Marke hab ich verpasst) würde ich gar nichts rausbringen, ein minimaler Druck macht das Blatt zu.
    Andererseits ist es für mich keine gute Technik, nach oben hin den Druck mehr als notwendig zu verstärken.
    Meine Schüler beginnen mit 4C und Blättern Rico Royal Stärke 2, dann 2,5. Manche wechseln dann auf 4C Vandoren blau 2,5 oder AL3 plus Vandoren blau 2,5.

    Jedenfalls wollte ich Euch mal meine Technik zeigen, ich hoffe, es interessiert Euch.

    P.S.: Gestern war ein langer, harter Gig, ignoriert bitte einfach mein Aussehen :)




    Grüßle, T.S.
     
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  2. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    Ich kann mit dem Konzept "von oben" und "von unten" schon was anfangen. SEHEN kann man das im Video aber nicht, jedenfalls ich nicht. Ich denke, das Meiste spielt sich IM Mund ab, das ist notorisch schwer zu zeigen.
     
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  3. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Klar, in welchem Winkel ich gegen das Blatt blase siehst Du nicht. Mir ging es aber um die (für mich falsche) Selbstverständlichkeit "Überblasen istgleich mehr Druck". Der Winkel ändert natürlich auch die Intonation.

    Grüßle
     
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  4. TSax80

    TSax80 Ist fast schon zuhause hier

    Vilen Dank an @Ton Scott für das Video, muß ich mit dem Bild "Luftstrom von unten oder oben" gleich einmal ausprobieren. VG. TSax80
     
  5. henblower

    henblower Ist fast schon zuhause hier

    Toller Service, lieber @Ton Scott. Ich werde mich gleich mal selber vor den "inneren Spiegel" stellen. Schon lange spiele ich die überblasene Oktave "ohne Mühe", also ohne zusätzliche Kraftanstrengung. Ich werde mich mal beobachten, ob ich bisher instinktiv den Luftstrom anders gelenkt habe. Es muss an so etwas liegen. Aber: bewusst ist immer besser als unbewusst (zumindest beim Lernen eines Instruments).
     
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  6. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Ich sage das auch so im Unterricht, allerdings gebe ich folgendes zu bedenken: der Ton schwabt nach oben durch eine schnellere Luftgeschwindigkeit. Ich versuche also, meinen Mundraum zu verengen (Veränderung der Zungehöhe) und die Luft zu verdichten. Wenn ich sie nun durch das Mundstück schicke, will ich natürlich nicht, dass meine Lippen aufspringen. Insofern sehe ich da schon eine leichte Veränderung meiner Lippenspannung.

    P. S. Schön dich mal sprechen zu hören.
     
  7. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Es ist natürlich schwierig, zwischen "gefühlt" und "gemacht" zu unterscheiden.
    Ich glaub nicht, dass ich das mache, eher im Gegenteil. Ich hab auch das (Achtung) Gefühl, dass die Geschwindigkeit unten höher ist. Wenn ich ohne eine Ton zu spielen in's Saxophon blase und mir Töne in der tiefen bzw. überblasene Töne vorstelle ist das Luftgeräusch bei den tiefen Tönen höher als beim "simulierten" Registerwechsel in die Oktave.
    Was ich mache ist, dass ich mir bei den tiefen Tönen ein Seil (aus einiger Entfernung) durch die Nase gezogen vorstelle, grade rein, und ein ebensolches aus dem Bereich nicht weit unter dem Brustbein. Diese beiden Seile haben eine leichte Spannung, solange ich spiele. Spanne ich die Seile, wird der Ton lauter, lasse ich lockerer, wird der Ton leiser (ja genau, der Ton :))
    In der mittleren Oktave kommt das Seil in meine Nase von schräg oben, ich spüre die Resonanz in meinem Schädel auch weiter oben. Das andere Seil ziehe ich auch weniger rein, die Stütze ändert sich damit auch.
    Diese Geschichten sind auch nach Baugröße etwas unterschiedlich, ich häng nochmeil eine Seite für das Alt und den unteren/mittleren Bereich hier an, am Tenor ist es ein wenig anders, aber man kann gut experimentieren und findet die Punkte leicht.

    Screenshot 2017-11-12 19.32.27.png

    Ja, das ist eine Mutprobe bez. Akzent :)
     
  8. pth

    pth Ist fast schon zuhause hier

    Habe das gerade einmal mit dem Sopran ausprobiert. Ist nicht so einfach zu beschreiben was denn da passiert. Der "innere Spiegel" wie @henblower es ausdrückt spiegelt es. An der Luftsäule ändert sich nichts, aber meine Zunge geht ein Stück nach oben, genauso wie @jazzwoman es beschreibt. Dadurch wird der Druck auf das Blatt größer, bzw. das Blatt schwingt schneller.
    VG
    PTH
     
    jazzwoman gefällt das.
  9. edosaxt

    edosaxt Ist fast schon zuhause hier

    Wirklich seht schwer zu beschreiben, was ich dabei so mache, aber der Freak trifft es.
    Ulkig ist, dass ich beim Oktavwechsel auch mit den Augen mitgehe (dem inneren Spiegel sei für diese Erkenntnis gedankt)
     
  10. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Seile durch die Nase. Wie kommt man auf solche Ideen? :)
     
    murofnohp gefällt das.
  11. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Es geht um Balance.
    Wenn Du etwas hast, was Dich weniger stört, her damit :)
    Ich stoße mich an solchen Dingen nicht, ist ja nur eine Vorstellung, und ich kann was damit anfangen.

    Du kannst ja mal versuchen, einen Ton möglichst lange auszuhalten, in der Dynamik extrem zu variieren.
    Und mehr "am Seil zu ziehen", wenn Du lauter spielen willst und es locker zu lassen, wenn Du ein decrescendo machst.
    Natürlich kann man sich darüber lustig machen. Ein englischer Kollege vermutete, dass der Hintergedanke ist, die Kraftanstrenung gedanklich nach "außerhalb des Körpers" zu verlegen.

    Cheers
     
    a.g. und B&SErik gefällt das.
  12. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Komm mal runter.
     
    Dreas gefällt das.
  13. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Bitte? Ich hab ja nur gesagt, dass es lustig klingt und sogar erklärt, welcher Sinn dahinterstecken könnte. Warum so feindselig?
     
  14. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Vergiss es, war auch nicht "feindselig" gemeint. Dem geschriebenen Wort fehlt halt Mimik, Satzmelodie, Betonung, ...War falsch verbunden.
     
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  15. Sax-o-K

    Sax-o-K Schaut nur mal vorbei

    Anfangs wurde angeregt zu erzählen, wie wir das Überblasen gelernt haben. Meine erste Lehrerin sagte immer: "Mehr lächeln!"
    Hab mal probiert, was dabei passiert (mal mit, mal ohne Mundstück) und ja, der Luftstrom geht bei der unteren Oktave (weniger bis nicht lächeln) eher geradeaus, und beim Lächeln und Pusten nach unten - Ton kommt eine Oktave höher.
    Außerdem sollte ich mir vorstellen, wie sich der Ton anhören muss / welchen Ton ich erzeugen will. Beides zusammen sollte beim Überblasen helfen.
    Nun ja, die Bilder machen es - es klappt. Meistens. ;)
     
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  16. b_nic

    b_nic Ist fast schon zuhause hier

    ich mache die Übung jetzt seit ca. 3 Wochen und habe sie in mein Aufwärmritual aufgenommen. Bei mir sind dadurch plötzliche Sprünge in der Oktave viel sauberer geworden, auch wenn ich sie mit der Oktavklappe spiele. Was @Ton Scott hier nicht geschrieben hat, finde ich auch noch wichtig .... versuchen die Töne anzuspielen ohne Mitwirkung der Zunge .... ich glaube, dass er es oben im Video auch ohne Zunge macht (oder ????)

    warum muss man alles immer ins lächerliche ziehen ..... hier gibt nur jemand hilfreiche Tipps .... mir helfen auch nicht alle Versuche etwas bildlich darzustellen, aber helfen sie darüber nachzudenken, zu probieren und seinen eigenen Weg zu finden .......
     
  17. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Keine Panik, hat sich ja geklärt.
     
  18. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Wow, ich stecke da wohl noch volle Elle in den Windeln. ;) Meine volle Aufmerksamkeit steckt in meinen Ohren bzw. in meinem Klang. Ich kann da echt schlecht an Schnüre aus der Nase denken, ehrlich gesagt. Ich habe es aber erneut ausprobiert. Und bin mir auf einmal gar nicht so sicher, ob ich nach oben blase oder es mir nur so vorkommt. Wie geht es, wenn du legato nach oben bindest?
    Mit meinen Schülern übernehme ich manchmal die Betätigung der Oktave, um zu schauen, ob sie zu viel Druck vom Kiefer ausüben. Das ist ein ganz guter Test.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.November.2017
  19. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Ja klar.
    Aber das eine ist Üben, mal betrachten was da ist, was einen stört.
    Das andere ist Spielen. Zwei offene Ohren braucht man sowieso. Man hat sich aber auch an seinen Sound gewöhnt und kriegt gar nicht mit, was man da oben oder unten wegschneidet, wenn man "falsch" bläst.

    Irgenwas muss an dem System aber dran sein, denn seit ich jetzt bewusst so übe, habe ich ohne geübt zu haben auch keine Problem mehr auf der Flöte, und die Bindungen in die 3. Oktave bei der Klarinette gehen auch viel besser.
    Wobei die Klarinette viel "stabiler" ist, für mich weniger Unterschied zu spüren als beim Saxophon.

    Weil Du fragst: Ich kann am Saxophon Bindungen ohne Oktavklappe von ganz tief bis ganz hoch und zurück ohne Oktavklappe spielen. Ich hab das Zeug ja auch deshalb sehr fleißig geübt, weil mir meine Technik bei den Bach-Shapes so auf den Senkel gegangen ist. (Viel zu viel Ansatzveränderung in den verschiedenen Registern).

    Übrigens sind die Dinge, die da im Kehlkopfbereich passieren (Harle nennt das "Tilt" beim Registerwechsel) genau die gleichen, die beim Singen auch passieren, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass diejenigen die singen es beim Saxspielen unbewusst machen und sich nicht vorstellen können, wovon ich hier schwafle.

    Grüßle, T.S.
     
    a.g., claptrane und bebob99 gefällt das.
  20. jazzwoman

    jazzwoman Ist fast schon zuhause hier

    Aber ja! Ich singe (leider) nicht im Chor, aber seitdem ich mich so intensiv mit dem Saxophon beschäftige, kann ich zumindest stimmlich richtig intonieren. Ich vergleiche das Spiel im übrigen nahezu 100 %ig mit dem Gesang. Auch die Mundraumbewegungen.