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Was sind bei Yamaha eigentlich ...

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von KUS, 4.Dezember.2017.

  1. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    ... die Unterschiede zwischen der Custom Z und der Custom EX Serie? Ist die EX Serie eine Weiterentwicklung der Z Serie? Ist die EX Serie noch hochwertiger als die Z Serie (weil Preise in der Regel höher sind)? Ist die Z Serie eher was für Jazz/Pop und die EX Serie für den klassischen Bereich? Wer kennt sich aus und kann was dazu sagen? Ist die Z Serie der Versuch ein Mark 6 nachzubilden (habe mal eine entsprechende Andeutung in einem englisch sprachigen Forum gelesen)? Warum zwei Profi-Serien einer Marke?

    Bin einfach neugierig.

    LG Kai
     
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  2. Toko

    Toko Ist fast schon zuhause hier

    Hi,

    Yamaha verfolgt mit dem 82z und dem 875ex zwei verschiedene Klangausrichtungen. Während das 82z lieber von Jazzsaxophonisten eingesetzt wird, so ist das 875ex eher bei dem klassisch ausgerichteten Spieler zu finden. So ganz grundsätzlich kann man das aber auch nicht immer hinstellen, so würde ein Thorsten Skringer für seine musikalische Orientierung sicher kein 875ex spielen, was er aber tut. Wenngleich er auch einen riesen Gefallen an den alten 61er gefunden hat :).

    Bei den beiden Modellen sind aber nicht nur klangliche, sondern auch Konstruktionsunterschiede erkennbar. Deutlich wird dies an einigen Mechaniken, die etwas anders gebaut werden. Auch darfst Du davon ausgehen, dass der Korpus beider Instrumente Unterschiede aufweist. Wenn ich mich nicht irre, gibt es auch einen minimalen Unterschied in der Wandungsverarbeitung. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher.
    Das besondere an dem Korpus der 8er Serie ist, dass dieser wieder mit Hammerschlägen bearbeitet wird, was sich ja auch bei den Vintagsaxophonen als besonders schwingsfreudig erwiesen hat. Allerdings werden diese Schläge auch von Maschinen und nicht von Hand übernommen. Die Technik entwickelt sich halt auch weriter .... ;)

    Selbst empfinde ich das 82z als deutlich voluminöser und sehr leicht in der Ansprache, während das 875ex mit etwas mehr Blaswiederstand zu spielen ist.

    Gruß, ToKo
     
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  3. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Selmer hat sogar vier: SA80 II, Serie III, Ref. 54. Ref. 36 (bei den Tenören. Das Ref. 36 gibt's beim
    Alt nicht.)

    CzG

    Dreas
     
  4. Rubax

    Rubax Ist fast schon zuhause hier

    Soweit ich weiss spielt er ein 62er, das er bei einem Yamaha Wettbewerb gewonnen hat ...
     
  5. rbur

    rbur Mod Moderator

  6. Dabird

    Dabird Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Kai,
    die 875er wurde zusammen mit einem 855er welches nur kurzfristig am Markt war eingeführt. Es wurde schon mit gewissen Anlehnungen an MarkSix angedacht. Ein 82 Z wurde erst viel später zusätzlich zu den 875er Instrumenten auf den Markt gebracht. Erst dann rückten die 875er Modelle in den Klassik Fokus, da das 82Z eben als Jazz Version angeboten wurde. Vor der 82 Z Serie wurden die 875er nämlich noch nicht als "Klassik-Sax" eingestuft. Sondern eben für alle Richtungen, auch Jazz, Rock und PoP etc. Evt, sind die neu aufgelegten 875er die zusammen mit den ersten 82ern auf den Markt kamen hinsichtlich "Eignung zur Klassik" nochmals baulich verändert worden? Die 875 bekamen nämlich zeitgleich mit Einführung der 82er die Bezeichnung 875EX. Und verglichen mit der ersten 875er Baureihe gibt es auch einige sehr sicht- und hörbare Veränderungen. Die wurden in jedem Fall stärker verändert. Alle Instrumente gibt es immer in Goldlackausführung, versilbert, vergoldet, oder schwarz Lackiert, wobei bei den schwarzen ähnlich älterer Selmer tatsächlich ein schwarzer Lack verwendet wird, keine Vernickelung oder ähnliches. Interessant wären die genauen Unterschiede aller Nachfolgeserien. Hier gibt es mit jeder Neuauflage bei beiden Modellen immer Veränderungen. Die S-Bögen sind teilweise neu, aber auch am Instrument selber wird mit jeder Neuauflage einiges abgewandelt. Wie man die Neuauflagen unterscheiden kann, ist nicht immer gewährleistet, denn Gravur und S-Bogen wird nicht immer neu aufgelegt. Das ist ähnlich wie beim 62er. Wer wissen möchte, welche aktuelle Version eines der Yamaha Saxphones ist, hat unter Umständen Schwierigkeiten, das genau festzulegen.
    Skringer spielt meines Wissens keine 875er sondern: YTS 82 ZS Tenorsax, YAS 82 ZUL Altsax, YSS 82 ZS Sopransax und YBS 32 Baritonsax.
    LG, dabird
     
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  7. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Das hilft bei der Beantwortung meiner Fragen aber jetzt immens, lieber Andreas ;-)

    LG Kai

    ... aber gerne weiterer Input Deinerseits, wenn's der Erhellung dient ...
     
    onkeltom gefällt das.
  8. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Danke Torsten für die ausführliche Erläuterung. Kann man das so zusammenfassen, dass Yamaha mit der Z Serie die Jazz/Pop-Fraktion im Auge hat und mit der EX Serie die klassische Fraktion. Die Unterschiede in Mechanik u.a. dienen der Umsetzung dieser Vorstellung, sind aber qualitativ nicht als besser oder schlechter zu bezeichnen?

    LG aus dem Pott
    Kai
     
  9. Ginos

    Ginos Ist fast schon zuhause hier

    Falsch, Thorsten hat beim Contest das silberne 82 gewonnen... das spielt er auch heute noch.
     
  10. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Ich wollte nur darauf hinaus, dass unterschiedliche Modellreihen in einer Preisklasse von Markenherstellern offensichtlich unterschiedliche Klangvorstellungen bedienen sollen.

    Sonst wäre nur ein Modell betriebswirtschaflich wesentlich sinnvoller.

    CzG

    Dreas
     
  11. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Als ich mein 875EX gekauft habe, habe ich auch ein 82Z zum Vergleich angespielt. Für mich war der Sound des 82Z rauer und "kratziger". Das 875EX (jedenfalls das, das ich dann mitgenommen habe) klang für mich runder, "mellow-iger", sanfter...gefälliger.
    Mir hat jedenfalls das 82Z im direkten Vergleich gar nicht gefallen. Kann natürlich an den beiden speziellen Hörner liegen, die ich damals ausprobiert habe...oder an mir... oder beides. Der Unterschied war jedenfalls deutlich. Mein Mithörer (den ich extra wegen seiner guten Ohren mitgenommen habe) und ich meinten unisono, dass das 875EX "schöner" klang....
    Aber das liegt natürlich im Auge des Betrachters resp. Hörers....

    LG

    :) last
     
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  12. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Danke Dabird,

    wusste gar nicht, dass die EX Serie quasi die ältere ist. Und dass sich von Modellreihe zu Modellreihe aus der gleichen Serie bei einem Hersteller wie Yamaha große Klangunterschiede ergeben hätte ich auch nicht gedacht. Also auch hier gilt bei gebraucht angebotenen Instrumenten selbst ausprobieren, weil es ob des Baujahrs erhebliche Unterschiede geben kann. Tja bei Yamaha hätte ich gedacht, dass hier der Grundsatz "einmal gedacht, tausendfach gemacht" gilt und ob der hohen Fertigungsqualität alle Instrumente gleich klingen (bei optimaler Einstellung).

    LG Kai
     
  13. Sandsax

    Sandsax Ist fast schon zuhause hier

    Ein extrem spekulativer und gewagter Erklärungsansatz als Hypothese für die Sinnhaftigkeit verschiedener Profimodelle eines Herstellers:

    früher streuten schon bedingt durch den höheren Einsatz von Handarbeit einerseits und wohl auch unpräzisere Maschinen andererseits die Instrumente deutlicher als heute.
    Da hat der Klassiker dann ein paar Mk.VI angespielt, bis er das passende für seine Zwecke gefunden hatte und der Jazzer genauso.
    Heute stellt man diese „Streuung“ gezielt her.

    Für mich genauso denkbare Gegenhypothese:
    vielleicht hat sich aber auch früher überhaupt niemand Gedanken über diesen Driss gemacht und mit dem, was er bekommen hat, das gespielt, was er spielen wollte… :lol:

    Jedenfalls gilt es heute offenbar dem Konkurrenten mit allen erdenklichen Nischenmodellen Wettbewerbsvorteile abzuringen.
     
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  14. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Och, so wollte ich das garnicht verstanden wissen. Ich glaube, dass innerhalb einer Serie Unterschiede im Klang eher die Folge einer bewussten "Weiterentwicklung" sind. Ich glaube diesbezüglich schon den Werbeaussagen von Yamaha, wenn sie angeben, wer alles als renommierter Saxer bei Weiterentwicklungen mitgewirkt hat. Ob das dann immer ein Segen ist, ist eine andere Frage.

    LG Kai
     
  15. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Deine Erfahrungen finde ich total spannend. Meinst Du, man kann so weit gehen und sagen, dass die EX Serie gutmütiger zu spielen ist?

    LG Kai
     
  16. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Gutmütiger... ich weiß nicht, ob das der richtige Ausdruck ist.
    Ich sag's mal so:

    875EX => Schoko-Sahnetorte
    82Z => Currywurst/Pommes

    ...ist tatsächlich nicht nur spaßig gemeint. Für mich trifft es der Vergleich recht gut...
    vielleicht verstehst Du ja, was ich damit sagen will?

    Chablis vs. Hefeweizen träfe es auch...;)

    LG

    :) last
     
    Zuletzt bearbeitet: 4.Dezember.2017
  17. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    Meinst Du damit Schoko-Sahne ist EXquisit und Currywurst/Pommes ist Hausmannskost/Fastfood?

    Gutmütiger meinte ich im Sinne von "eher anfängergeeignet".

    LG Kai
     
  18. Dabird

    Dabird Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Kai,
    Achtung, die 875EX kamen zeitgleich mit den 82Z raus, die ältere Serie hieß 875 ohne Bezeichnung EX. Und dann gab es noch ein 855er, auch ohne EX. Diese 875er und 855er Serien ohne EX sind schon sehr unterschiedlich zu den aktuellen mit EX. Alle von mir getesteten der alten Serie im Vergleich zur aktuelleren gefallen mir wesentlich besser, sind vom Blaswiderstand anders, schwerer gebaut, was Klanglich Vor-oder Nachteile bringen kann. Die Nachfolgeserien die alle mit EX bezeichnet sind, unterscheiden sich nicht ganz so stark im Klang und Eigenschaft, jedenfalls die von mir angespielten. Wenn man sich für eine der beiden Serien entscheidet, kann mit Bögen noch variiert werden.
    LG, dabird
     
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  19. last

    last Ist fast schon zuhause hier

    Nein - völlig wertfrei...(nicht exquisit vs. hausmannskost -so ne currywurst ist doch auch was herrliches :)) ich finde den EX Klang weicher und runder als vom Z... das fand ich eher "rotziger" (wie manche es hier mitunter formulieren).
    Ich glaube, ein Anfänger kann mit beiden prima klarkommen...

    LG

    last
     
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  20. Toko

    Toko Ist fast schon zuhause hier

    Oh shitt, spielt er doch das 82z? Ich war fest der Meinung er hatte ein 875EX hier auf meinem WS. Na gut, anscheinend ist das der Beginn von Altersdemenz. Sorry, Ihr lieben. Aber das er ein YTS-61 hat und dieses liebt, dass ist Fakt :). Der Rest meiner Ausführung passt aber schon ;).

    @KUS, die Mechanik ist unterschiedlich, aber die Qualitative Verarbeitung ist bei beiden Instrumenten gleich gut. Das kann ich mit Recht behaupten, habe ich 7 Jahre neben meiner Selbstständigkeit bei Yamaha als Qualitätsprüfer gearbeitet. In den Vergangenen Jahren wurden die Toleranzmaßstäbe noch weiter verbessert. Derzeit ist das, was da am Ende rausgeht schon auf extrem hohem Niveau. Man hat auch endlich am Polstermaterial gearbeitet und nutzt hier mittlerweile ebenso eine deutlich bessere Qualität.

    Gruß, Toko
     
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