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Featured Wie funktioniert Musik?

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von ppue, 5.Januar.2018.

  1. Marko74

    Marko74 Ist fast schon zuhause hier


    Wir wurden eben die letzten paar hundert Jahre militärisch geprägt.
    Wirkt sich ja auch heute noch aus.
    Sch... Karneval.
    Besäufniss und Erotik in Uniform und diszipliniertem 2/2 Rhythmus.
    Obwohl sich Funkenmariechen hin und wieder auch über 6/8 freuen würde.

    Rhythmische Dilettanz möchte ich uns Deutschen aber trotzdem nicht unterstellen.
    Uns gefällt ja meines Erachtens ,,fremde,, Rhythmuskultur, haben aber eine eingebaute Hemmnisschwelle, die uns verbietet 100% darauf einzugehen.

    Disziplin.

    Dafür beneidet uns die ganze Welt.
    Beim Musikmachen oder -leben steht sie uns aber leider oft im Weg.

    ;-)
     
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  2. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Ja das glauben die meisten.
     
  3. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Chinesisch hat nicht genug "Silben", um alle "Wörter" zu bilden. Daher hat sich dort noch der Melodieverlauf eines Wortes einer Silbe als weiteres Differenzierungsmerkmal etabliert. Nur so lässt sich phonetisch unterscheiden, ob "wode ma" meine Mutter oder mein Pferd bedeutet. (Um ein prominentes Beispiel zu zitieren).
    Das diese Sprache damit melodiöser und evtl ausdrucksstärker wird....irgendwie schon.
    LG quax
     
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  4. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Nach der Amsel die Masterfrage.
    Ist das Musik?
     

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  5. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ich der Amsel lausche, ist mir das scheißegal, warum sie singt. Sie SINGT - und das ist für mich Musik. Das wiederspricht zwar einer oben genannten Definition, aber die ist mir auch scheißegal. :) Solche Kategorisierungen und Definitionen sind einfach nicht durchhaltbar.
     
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  6. gaga

    gaga Ist fast schon zuhause hier

    Ist natürlich erstmal nur ein Signal (wie bei der Amsel), der Tröter macht also nicht bewusst Musik, sondern verteidigt (z.B. :)) sein Revier. Für mich als Musiker ist das aber auch Musik. Wenn die Hubertuskrieger ihr "Sau tot" blasen, ist das auch Musik. Alles andere ist Korinthenkackerei.
     
  7. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Im Vergleich zur Amsel jedenfalls ziemlich armselig.
     
  8. henblower

    henblower Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin eher für's Analytische als für's Grobgestrickte (-:. Du siehst ja selber, dass ca. 90% aller Beiträge sich nicht daran orientieren, wie Musik funktioniert, sondern, wie sie wirkt. Das, finde ich, ist schon ein bedeutsamer Unterschied und hätte zumindest EINEN zweiten Faden verdient.
     
  9. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Ach ja ...diese doofen 90 % und die tollen 10 % ..........was bist du nur für ein intelligentes Kerlchen....sorry, fiel mir dazu gerade ein. Wollte schon zu dem allgemein bekannten Klassiker J.Joyce schon was sagen, aber habe es lieber gelassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Januar.2018
  10. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    :cool:Ho Brauner. :) Es gibt doch keinen Grund sich zu prügeln.
    Allerdings sehe ich nicht, wie man die verschiedenen Ebenen des Funktionierens von Musik hier rigoros trennen kann. Sicher gibt es da den im Wesentlichen technischen Aspekt, den ppue hier beschrieben hat. Aber kann man das "galvanisch" trennen von den Physiologischen und psychologischen Abgründen des Funktionierens?
    LG quax
     
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  11. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Ein inzwischen verstorbener Trompeter, mit dem ich beim Heer in der Musik war, hat sich mit "Sau tot" anstatt dem Ankündigungssignal mal eine Kiste Bier verdient, allerdings auch einen Kompanierapport. Nur so zum runterkommen.

    Cheers
     
  12. quax

    quax Ist fast schon zuhause hier

    Ihr habt noch Trompetensignale?
     
  13. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Hm ja, die ganzen Streicher könnten schon.

    Mir scheint, die Abstraktion in der bildenden Kunst und in der Musik hat in eine Sackgasse geführt. (Gut, das ist vielleicht zu hart ausgedrückt.) Wenn ich neue Musik höre, Arvo Pärt oder Wolfgang Rihm z. B., komponieren die wieder tonal. Man mag das mögen oder nicht, jedenfalls hat sich nicht erfüllt, was Schönberg meinte: Zwölftonmelodien würden eines Tages ins Ohr gehen wie Schlager.

    Ja, das ist toll.

    Ich hatte das Glück, in Bayern aufzuwachsen, da gibt's noch was:



    Oder moderner, mit Djemben gespielt ;-):



    LG Helmut
     
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  14. ppue

    ppue Experte

    Das lasse ich nicht gelten. Ich denke, keiner hier macht Musik, um sich die Zeit zu vertreiben, also aus Langeweile. Musik ist Kommunikation und sogar Kommunikation über Sprachgrenzen und noch ganz andere Grenzen hinaus.

    Musik und allgemein Kultur sind wichtigste Überlebensstrategien des Menschen. Ohne Musik (und ohne Alkohol) hätten wir kaum noch Kinder.
     
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  15. Rubax

    Rubax Ist fast schon zuhause hier

    oder so



    bitte ganz anhören!
     
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  16. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Schön, dass Du so begeistert von Musik bist, und ich bin es auch, aber überschätze mal die Bedeutung nicht... der Sexualtrieb funktioniert auch ohne...
     
  17. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Leider!
     
  18. ppue

    ppue Experte

    Die Bayern gehören definitiv nicht zu den Rhythmuslegasthenikern, das ist richtig.

    Nein, das ist eher ein Signal. Und es lässt schön das hierarchische Verhältnis von Grundton und dessen Quinte erkennen. Das ist eine Fanfare, die nur Obertöne produzieren kann.

    Die Zeit der Analysen und positiven Wissenschaften ist vorbei, mein Freund. Adorno hat uns da schon ordentlich den Marsch geblasen. Nicht das grob Gestrickte ist das Gegenteil des Analytischen, sondern die Synthese. Das Zusammenführen der Erkenntnisse ist momentan wichtiger als das Auseinandernehmen der Dinge.

    Dabei dürfen wir kreativ sein und die Gedanken auch schweifen lassen.

    Schau, ich habe versucht, Musiksoziologie mit einer Tonfolge zu verknüpfen. Herrschaftsgebahren anhand einer pisseligen Durtonleiter aufzuzeigen. Das sind Verbindungen, die ich nirgendwo lese. Gerne verbinden wir das mit der Psychiologie, der Mathematik und der Philosophie dahinter.

    Streicher, Posaunisten, Bassisten mit Fretlessbass. Dann hört es schnell auf. Als ich noch Geld und Platz hatte, hatte ich zwei Klavier im 90-Grad-Winkel stehen, um einen Viertelton verstimmt. Ein Riesenfeld, was sich da auftut. Man muss ja selbst erst mal versuchen, den "Missstimmungen" wertfrei zu begegnen. Habe vorhin noch einmal nachgerechnet. Die Möglichkeit, drei verschiedene Töne zu kombinieren, beträgt bei zwölf Tönen 55. Bei 24 Tönen sind es 253.
     
  19. hiroaki

    hiroaki Ist fast schon zuhause hier

    Mist... ich hab kein Wort verstanden.
    Äver die künne dat och net, wenn ich ens platt kalle dähd. :p

    Bis das Klatschen man Ende eine Komplexität, wie in Spanien, erreicht, muss ein Bayer noch deftig üben.;)
     
  20. ppue

    ppue Experte

    Ok, aber immer hin, oder?

    Ich glaube, sehr viel schlechter. Eben weil Musik Kommunikation bedeutet, bevor man Worte braucht.

    Mich hat noch nie eine Frau angesprochen, ob ich mit ihr ein Kind haben wolle.

    Ich habe aber Kinder mit Frauen, mit denen ich Musik gehört, getanzt und musiziert habe.

    Unterschätze die Kultur nicht. Sie hält alles zusammen. Der Arbeitsvertrag schafft das nicht. Im Gegenteil.

    Tanze, singe, spiele, das ist Leben.