Lust auf gebrauchte Conn´s?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Saxophon18, 29.März.2025 um 20:51 Uhr.

  1. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Normalen Weichkork an Stellen mit punktuellem Druck kannste vergessen.

    Optimal natürlich als Geräusch dämpfender Anschlag bei den Klappenaufgängen und eben wo kein Druck entsteht.

    Auch Ok als puffernde Zwischenlage bei verstellbaren Kopplungen, da man ja bei nachlassender Spannung nachstellen kann.

    Man erlebt zu diesem Thema schlimme Sachen bei dem Thema Weichkork-Setzungen und Eindrückungen. (siehe Fotos aus meinem Archiv)

    Deshalb an Druckstellen nur noch druckstabiler Synthetik-Kork und man hat lange Ruhe.

    Gr Wuffy
     

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  2. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Ich nehme für sowas Sektkorken, sind viel stabiler als normaler Korken.

    Gruß,
    Otfried
     
  3. Hünchen

    Hünchen Schaut öfter mal vorbei

    Hallo,

    ich wollte seinen Rat gar nicht bewerten; steht mir nicht zu. Das kann jeder sehen, wie er oder sie mag. Es ging um die Person und da finde ich es schon bemerkenswert, wenn jemand der alte Tröten verkauft, diesen Rat gibt; wohl weil er davon überzeugt ist.
    Spricht doch für ihn.

    Kleiner Hüne
     
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  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Bei deinen letzten Bildern, lieber @Wuffy, haben wir allerdings ein ganz anderes Problem. Da wird ein zu dicker Kork verwendet, um die Mechanik einzustellen. Bei passgenauen Kopplungen sollte der Kork meines Erachtens nicht dicker als 1 mm sein dürfen. Der ist nun mal elastisch, sollte aber nicht zum Auffüllen zu großer Abstände dienen. Da muss man dann doch mal das Gestänge bearbeiten und die Teile näher zusammenbringen.

    Allgemein kennt man meine Einstellung zur Ergonomie, gerade der alten Conns. Ich finde die linke Hand besser als bei modernen Saxen.

    Und auch um das nochmal aus der Welt zu räumen: Die Verdrehung der rechten Hand, also das Ende der Inline-Saxophone, ist nicht aus ergonomischen Gründen geschehen, sondern weil das Gestänge der tiefen Klappen von links unten nach oben verlegt worden ist und damit über den Tonlöchern der rechten Hand verlief, was platzmäßig und vielleicht auch akustisch ein wenig knubbelig wurde.

    Noch ein Pluspunkt der alten Instrumente: Alles ist fest verlötet, es gibt eben keine Schrauben, es gibt keine Bleche, keine Mikroschlitze und außer Achsen und Hülsen nichts, was nicht starr am Instrument fest wäre. Meines Erachtens ein Punkt, der sich im Klang bemerkbar macht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2.April.2025 um 23:38 Uhr
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  5. slowjoe

    slowjoe Strebt nach Höherem

    Da bin ich mir nicht so sicher....

    Ich habe da ein Balanced Action Alto bei dem die Tonlöcher ohne Versatz in einer Reihe angeordnet
    sind und die Gestänge der Klappen teilweise über die Tonlöcher verlaufen. Das Ding ist einwandfrei spielbar.
    Es fühlt sich unter den Fingern ein klein wenig anders an als ein SBA mit Tonlochversatz,
    aber Welten liegen da nicht dazwischen.

    So dramatisch ist das bei einem modernen Sax doch auch nicht. Angeschraubt sind doch
    lediglich die Klappenschutzbleche und der Kleiderschutz.
    Der Rest ist wie bei den alten Saxophonen auch verlötet.
    Den Klappenschutz für die Eb - Klappe
    kann ich ohne Probleme entfernen, das Klamottenschutzblech auch. Damit hätte ich die Hälfte der
    Schraubverbindungen entfernt. Das müsste klanglich schon einen Effekt haben. Wenn mich morgen der
    Teufel reitet, probiere ich das vielleicht mal aus.....


    SlowJoe
     
    Zuletzt bearbeitet: 3.April.2025 um 01:14 Uhr
  6. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Da hast Du zu 100% recht....das war natürlich auch ein Extrembeispiel.

    Aber auch bei vielen Kopplungen mit nur um die 1mm Korkdicke ergeben sich im Laufe der Zeit (natürlich ja nach Nutzungsgrad) Einpressungen und Verdichtungen, die zu spürbaren Dichtproblemen führen.

    Manche Hersteller setzten auch auf Filz bei den Kopplungen, was zu ähnlichen Verdichtungsproblemen führt.

    Für mich optimal ein Abstand von ca. 0,8mm und dann ein spezieller feinkörniger (Sektkorken viel zu grobkörnig) synthetischer Spezialkork (wird für hochbelastbare Dichtungen im Maschinen-u.Motorenbau verwendet).

    Der ist allerdings 2mm dick, aber mit meiner Goldschmiede-Feinbandsäge schneide ich mir dann Streifchen in diversen Dicken, wie jeweils gebraucht, etwa von 0,6mm -1,2 MM.

    LG Wuffy
     
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  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    @Wuffy
    Ich wollte keine Diskussion anfangen, ob man kork, kunstkork, gummi, filz oder sonst etwas nutzen sollte oder muss.
    Mein Punkt war eher, du hast solche Stellen an jedem saxophon, ob alt oder neu. Du bekommst die gleichen Probleme, wenn sich was setzt oder verschleißt.
    Beim modernen saxophon hast du vielleicht schräubchen, die man drehen kann, damit es (erst mal) wieder spielt, bei bspw meinen ollen conn muss ich entweder zu Zange greifen, oder den Belag wechseln (Material mal egal). Kontakt metall auf metall hast du bei beiden nicht. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass meine ollen Dinger häufiger justiert werden müssen, sachgerechten Umgang vorausgesetzt und ja, da sind moderne kannen ev robuster, als moderne Kannen.
    Ich würde sogar mal, ohne es geprüft zu haben, behaupten, dass die Mechanik an vintages einfacher ist, als an einem modernen Instrumenten, und damit gibt es weniger Punkte, die kritisch sind. Das weißt du besser als ich.
    Mir hat mal ein lokaler saxdoc (nicht meiner) gesagt, dass er lieber moderne kannen macht, weil er auf Grund der Stückzahlen damit viel mehr Routine hat. Bei Vintage ist selbst bei einem Hersteller nicht alles gleich, er muss Klappenaufgänge abnehmen und notieren, Zwischenlagen individuell herstellen und anpassen (kork, kork plus teflon,....), hinterher dann doch die "Intonation" und den Klang prüfen und ggf noch mal alles anpassen. Bei bspw yamaha weiß er das alles auswendig und ist schneller.
    Hinzu kommt dann, dass vintages dann doch gerne über die Jahre eben nicht immer sachkundig behandelt wurden, und dann einiges zu korrigieren, zu reparieren, im schlimmsten Fall sogar nachzufertigen ist. Das wird bei einem heute modernen saxophon sicherlich auch passieren, wenn es mal ein bestimmtes Alter erreicht hat.
    Aber sind das jetzt wirkliche Nachteile oder eben Eigenschaften, auf die man sich einlassen muss?

    @ppue
    Mir geht es auch so, dass ich lieber inline spiele bzw die einfachen Mechaniken. Aber auch da gibt es Unterschiede. Bei meinem guenot alto kann ich gis nicht liegen lassen, wenn ich auf fis wechsle, ich muss eindeutig umgreifen. Ungewohnt, macht langsamer, ist halt so. Hoch fis hat auch fast keines meiner saxophone, neben ev anderen drückern, die ev fehlen (gut, dafür dann trillerklappen, die an neuen konstruktionen weggelassen wurden). Für einen Profi vllt ein Problem, weil es ihn langsamer macht, oder die alternativgriffe nicht so gut klingen oder stimmen... Das ist dann so und muss ich hinnehmen.
     
  8. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Optimal aus meiner Sicht eine komfortable Verstellmöglichkeit der jeweiligen Kopplungen und gleichermassen auch der Klappenaufgänge.

    Ich hatte mal in einem Anfall von Bastler und Konstruktionswut an einem Keilwerth-Van Hall die für mich optimale Situation ausgeführt.

    Duch die Ausführung von zusätzlichen Kontermuttern auf die Stiftschrauben, die nach Fertigstellung der jeweiligen Einstellungen angezogen werden, verstellt sich da absolut nicht mehr
    Gr Wuffy

    P1130197.JPG P1130198.JPG .
     
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  9. ppue

    ppue Mod Experte

    Genau, das balanced Action ist ja das letzte Selmer mit inline Tonlöchern. Das Verdrehen der rechten Hand macht ergonomisch null Sinn. Hält man seine Hände locker vor sich, als würde man ein Saxophon in den Händen halten, dann stehen (zumindest bei mir) die Finger in einer Linie. Kreuzt man die Finger zum Gebet, so könnte man mit gleichem Recht sagen, die rechte Hand müsste entgegengesetzt, nach links gedreht werden. Dewr kleine Schwenk nach rechts hat mit Ergonomie nichts zu tun.

    Natürlich hast genug Platz für die Finger bei deinem BA, aber die Akustik leidet mit dem Gestänge über den Klappen, deshalb wurde das gedreht.

    Ich habe ja ein Buffet Crampon S1 aus dem "Mittelalter". Das hat gerade mal drei Einstellschräubchen. Und doch ist die Mechanik an vielen Stellen sehr viel komplexer als an einem Vintage Conn. Auf dem Foto siehst du all die Stellen, wo zusätzlich Schrauben und anderer Kram angebracht sind. Mit dem Abbauen von zwei Klappenkäfigen kommst du da nicht weit. Ne, du müsstest das Sax so umbauen, wie man das bei einem Tourenfahrrad machen würde, wenn man daraus ein Fixie Bike bauen wollte.

    IMG_20250403_113212 Kopie.jpg

    Noch zu bemerken sind allerdings winzige Schräubchen bei den alten Conns, die die Spitzschrauben für die Achsen fixieren. Das sind jeweils zwei Schrauben, die sich gegenseitig bekneifen, auf dass auch die Spitzschrauben keine Möglichkeit mehr haben, sich zu verstellen und schon gar nicht, zu vibrieren. Sehr liebevoll und aufwändig gemacht und mit ähnlicher Wirkung, wie @Wuffy s Kontermuttern.

    Obwohl die Conns leichter als moderne Saxophon sind, wirken sie doch viel unanfälliger und viel kompakter. Der Vergleich mit den Fahrrädern ist gar nicht schlecht. Vielleicht sollte man mal ein völlig abgespecktes Fixie-Saxophon mit den guten Errungenschaften modernerer Saxophone herstellen.
     
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  10. Badener

    Badener Strebt nach Höherem

    Zu den "abgespeckten", Secondline- oder Stencilsaxophonen würde ich gerne meine Erfahrungen mitteilen und um Rückmeldungen bitten.
    Dazu mache ich einen extra Thrad auf.
     
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  11. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Von welchen conn redest du da. Die bis new wonder 2 haben das definitiv nicht. Ich glaube die 6 bzw 10M auch nicht.
     
  12. slowjoe

    slowjoe Strebt nach Höherem

    Sowohl mein NW 2 ( Chu Berry) als auch mein 1935er 10m (Ladyface)
    sind mit diesen Mini - Feststellschrauben ausgestattet.


    SlowJoe
     
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  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Meine nicht.
    Weder Tenorsaxophon (228xxx und 106xxx), noch Alto (78xxx und 112xxx). Habe gerade nachgesehen.
     
  14. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @ppue
    Das Buffet S1 ist aber mit seiner geradezu überbordenden Mechanikverliebtheit nicht besonders geeignet für generelle Schlussfolgerungen alt gegen modern ;-)

    Aber ich muss auch mal eine Lanze für die verdrehte moderne Mechanik brechen. Ich habe noch kein vintage Instrument in den Händen gehabt, mit dem ich auch nur halbwegs klar gekommen wäre. Andererseits geht so ziemlich alles ab Mark VI (außer Selmer Sopran) ganz gut, am besten natürlich das S1, mit dem ich saxophonistisch aufgewachsen bin.

    Gruß,
    Otfried
     
  15. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Diese Stellschrauben sind aus meiner Sicht eher überwiegend eine unheimliche Erleichterung und Arbeitseinsparung für die Sax Docs.

    Ich behaupte mal...sicherlich 70-80 % der allgeneinen Nutzer getraut sich gar nicht an diesen Stellmöglichkeiten was zu verändern...und wenn, dann oft auch ins Nachteilige.

    Gr Wuffy
     
  16. ppue

    ppue Mod Experte

    Na, da schau nochmal genau. Die Schräubchen sind winzig und stecken seitlich in den Böckchenköpfchen.


    Und das soll an der verdrehten rechten Hand liegen? Ich dachte immer, dass du mit der Linken deine Schwierigkeiten hast.
     
  17. ppue

    ppue Mod Experte

    Die modernen haben doch noch viel mehr Stellschrauben.
     
  18. Tröto

    Tröto Ist fast schon zuhause hier

    Welches Konstruktionskonzept liegt bzw. lag dem damals eigentlich zugrunde, Saxophone nicht mehr als "Inliner" zu bauen?
     
  19. ppue

    ppue Mod Experte

    Das hatte ich oben schon beschrieben.

    Das Gestänge für die Becherklappen führte früher links unten am Korpus entlang. Der Nachteil war, dass mit kleinem Tasterhebel ein großer Klappenweg bewältigt werden musste. Anstrengend für den kleinen linken Finger.

    Die Verlagerung des Gestänges beim Balanced Action von Selmer, mittig oben auf dem Sax, bewirkte, dass die Länge der Tastenhebel und der Klappengestänge sich angleichen. Die Mechanik war "ausbalanciert" und brauchte viel weniger Druck durch den kleinen Finger (Hebelgesetz).

    Nun war das Balanced Action noch inline gebaut und die Klappen verschwanden nun unter einem Wirrwar an Achsen.

    upload_2025-4-4_9-41-59.png

    Hier sieht man schön die kurzen Wege zu den Becherklappen und vor allem, wie schattig die D-Klappe unter den Achsen liegt. Das ist auch ein akustischer Schatten, aus dem man die Klappe nach rechts hervor gedreht hat.
     
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  20. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Richtig..aber die verstellen nix, das sind Arretier-Madenschrauben für die Spitzlagerschrauben, damit diese sich nicht in ihrer Position verändern, bzw. nicht verdrehen.
     
    slowjoe gefällt das.
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