Eis Eis Baby

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Instandhaltung" wurde erstellt von Saxinator, 1.Juni.2016.

  1. Gelöschtes Mitglied 1142

    Gelöschtes Mitglied 1142 Guest

    Wie sollte die ablaufen?

    Erstens bräuchtest Du da 8 völlig identisch klingende Saxophone.
    Zweitens eine Anblasmaschine, um den Störfaktor Mensch auszuschalten.

    LG Bernd
     
  2. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Na, um 5 Euro weiß ich mir was besseres... ein paar Kugeln Eis, oder ich leg 40ct drauf und krieg in der happy hour einen Cocktail... Wenn wir schon bei gekühlten Dingen sind.
    Da hab ich dann wenigstens was davon.

    So schlimm ist es nicht. Es müssten sich die Tester nur vorab einig sein, dass immer zwei Saxophone vorher identisch klingen. Und eines von jedem Paar lässt man einfrieren, natürlich ohne dass die Tester wissen, welches.
     
  3. Roland

    Roland Strebt nach Höherem

    Vielleicht geht auch:

    Acht Spieler, die ihre acht Instrumente gut kennen.
    Vier werden kältebehandelt (Instrumente, nicht Spieler).
    Dann spielen die acht Leute ihr Instrument und teilen ihr Ergebnis mit.

    Geht auch mir mehr Spielern, dann sind es auch unbekannte Instrumente ... man kann sich zu jedem Instrument Notizen machen, wie es abgeht oder nicht. Es reicht ja, wenn man das subjektive Empfinden objektiv vermisst. Wenn der Mensch das unterscheiden kann, ist es mehr als Placebo.

    Grüße
    Roland
     
  4. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Vielleicht sollte man doch die Spieler einfrieren und hören wie sich deren Sound danach ändert???

    Da sollten die Interschiede doch deutlich wahrnehmbar sein, da wir uns ja einig sind, daß der Spieler den Sound macht.....:lol:

    CzG

    Dreas
     
  5. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Nö, geht nicht: ein anderer Tag - eine andere Tagesform - eine andere Empfindung. Die Zeit zum Wechsel zwischen den Instrumenten/ Behandlungszuständen muss so kurz wie irgendwie möglich sein. Je kleiner der Unterschied, desto kürzer die Pause.
    Vergleich auf einem anderen Wahrnehmungssinn: Farbkarten können so ähnlich sein, dass man sie, beide getrennt am selben Tisch liegend, nicht auseinanderhalten kann - erst, wenn man sie direkt aneinander legt.
     
  6. Gast_13

    Gast_13 Guest

    Der Spruch: "Der Klügere gibt nach" ist ja auch unvollständig.

    Richtig lautet er: "Der Klügere gibt solange nach, bis er der Dumme ist".

    :topic:

    Auch wenn es scheinbar die wenigsten interessiert, ich habe heute nochmal mit einem anderen promovierten Physiker über das Thema gesprochen. Der arbeitet mit Laser und kann damit das Schwingungsverhalten von Materialien untersuchen, bis ins kleinste Detail. Man könnte, vorausgesetzt man konstruiert eine reproduzierbare Tonerzeugung an ein Saxophon, exakt Messen, in wie fern der Korpus des Instrumentes mitschwingt. Man könnte dann abgeleitet davon das Schwingungsverhalten unterschiedlicher Korpusse aus unterschiedlichen Materialien oder Materialstärken untersuchen und man könnte ein Instrument messen, bevor und nachdem es diesem Cryoverfahren unterzogen wurde.

    Also, konstruiert mal einen Blasebalg, mit dem man einen definierten und reproduzierbaren Ton am Saxophon erzeugen kann.

    Alles weitere kann ich dann messen lassen!
     
  7. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Und ich dachte schon, Du meinst die Version "Der Klügere gibt Nachhilfe"...

    Abgesehen davon: "der Klügere gibt nach" - es gibt Typen, die sollten sich lieber nicht an ein Geländer lehnen...
     
  8. SomethingFrantic

    SomethingFrantic Ist fast schon zuhause hier

    Für 5,40€ bekomm ich bei mir in der Happy Hour vier Cocktails und die Bedienung noch ein schönes Trinkgeld...irgendwas macht ihr Österreicher da falsch :p
     
  9. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Was ist das "bei Dir"? Daheim? Welche Art von Lokal, welche Art von Cocktails? Würd mich interessieren... In meinem Fall ist es eine ganz normale Bar, wo die Cocktails regulär so ca. 7-10€ kosten, und die von der happy hour sind solche wie Tequla Sunrise, Mojito, Pina Colada, Planters Punch - regulär gemixt, keine Sparversionen. Die Happy hour ist 20-22 Uhr.
     
  10. EstherGe

    EstherGe Ist fast schon zuhause hier

    das muss aber vorher von allen getestet werden und dann danach - ich hätte da keine Lust drauf:p
    ich spiele nicht so gut, dass ich meine Saxophone an den Rand ihrer Möglichkeiten bringe. Das merke ich, wenn ein Könner da rein pustet - also warum sollte ich dann etwas unternehme, was vielleicht meinen Ton ein ganz wenig verbessert? In meinem Fall wäre das völlig überkandidelt - ich weiß, dass es in meinem Fall nicht am Equipment liegt und wenn gibt es da weit aus andere Möglichkeiten.

    Spannend finde ich trotzdem von technischer Seite aus, ob sich im Metall wirklich etwas belibendes tut. Mit Wärme kennt man das ja - Stahl wird dadurch "gealtert" also Spannungen heraus genommen. Weiß gar nicht wie ein Sax hergestellt wird - warm verformt oder kalt? Später kommen die Lötstellen dazu - also Spannungen sind da garantiert drin - aber bekommt man die durch Käte weg? Und dann ist das Gestänge ja aus anderem Material, es wird sich also auch anders verhalten - ich finde es merkwürdig. Man kann ja metallisch nur eine Veränderung bringen, wenn man das Atom dazu bringt sich zu bewegen - das erreicht man nicht bei Kälte -
    Härten ist ja so ein Beispiel - sind natürlich ganz andere Temperaturen, aber durch das ABschrecken verspannen sich die Atome.....blabla - bin ja keine Wissenschaftlerin

    alles sehr merkwürdig - aber vielleicht ist Ausprobieren mit Skepsis ja der erleuchtende Weg
     
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  11. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin zwar nur Physikstudent, habe aber auch schon Versuche im Institut für Materialphysik absolviert. Mir leuchtet beim besten Willen nicht ein, was diese Kryo-Behandlung bringen soll. Weiter oben hat ja schon jemand die Einschätzung von einem Tieftemperatur-Fachmann wiedergegeben. Klar, bei der kältebedingten Kontraktion kann es zu mech. Spannungen im Material kommen. Daraus resultiert aber wohl einer eine ungewollte lokale Deformation, als dass irgendwas geordneter würde. Inwiefern das Material an entsprechenden Stellen spröde oder rissig wird, kann ich nicht abschätzen.
    Wenn man am Material was bewirken will, muss man mit der Temperatur hin zu einer Phasenumwandlung, also an Temperaturpunkte, an denen eine (Um-)Organisation stattfindet. Das heißt, entweder muss man das Metall stark erwärmen, wenn nicht sogar schmelzen, und in Form möglichst langsam abkühlen lassen. Dann erhält man ein möglichst gleichmäßiges Kristallgitter. Oder man schmilzt das Metall und schreckt dann ruckartig ab, um einen amorphen Zustand festzuhalten oder - da bin ich etwas überfragt - eine gewünschte höhere Phase einzufrieren.
    Aber was um Himmels Willen soll denn eine langsame Abkühlung von Metall im Sinne einer Verbesserung bewirken?

    Sowas ist nunmal der einzig mögliche Firlefanz, mit dem man das Instrument (wahrscheinlich) nicht beschädigt, aber trotzdem einen gewissen Aufwand treiben muss/kann, mit dem sich Geld verdienen lässt.
     
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  12. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Dann frag doch mal den Professor. @Nummer_13 hat ja bereits einen Experten gefragt...
     
  13. EstherGe

    EstherGe Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht kommen ja doch die Musiker mit Instrumenten in die Kältekammer
     
  14. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    @Bereckis: Wäre eine Idee, aber ich glaube kaum, dass der mir mehr sagen kann als jemand, der sich auch wirklich mit tiefen Temperaturen auskennt. Ich weiß leider nicht, inwiefern der hier genannte Temperaturbereich forschungstechnisch exotisch ist. Richtige Tieftemperaturforschung gibt es aber wohl nur an wenigen Standorten.
    Am "einfachsten" wäre es natürlich, ein Stück Metall vor und nach der Behandlung kristallographisch zu untersuchen (Röntgenstreuung, TEM und Akustik sowieso). Die Geräte dafür sind nichts so Besonderes. Leider habe ich keinen Zugang dazu, sonst würde ich mich für eine Untersuchung anbieten.
     
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  15. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Tatsächlich habe ich manchmal den Eindruck, dass die naturwissenschaftliche Berufsausbildung bei manchen die Fähigkeit aufblühen lässt, ihr eigenes Halbwissen selbst als Expertise einzuschätzen - kann die Kritik insofern schon ein bisschen nachvollziehen.

    Aber bei dem, was am Saxophonspielen Spaß macht, geht es doch gerade um Perzeption, egal durch was gesteuert! Alles andere ist doch nicht relevant.

    Das ist das schöne an Kunst, Ästhetik, Hobbys - hier muss man diese Balance nicht hinbekommen.

    Das kann nicht sein. So etwas will ich nicht hören. Orange ist lecker, grün ungenießbar.

    Wär dabei.

    Das glaub ich eher nicht. Laut Werbetext geht es ja fast ausschließlich um Empfindungen des Saxophonisten. Die Anblasmaschine ist daher nicht optimal, denn sie kann uns nicht ihren Eindruck vermitteln. Wir brauchen zwei Hörner, die vorher und nachher getestet werden, und nur eins wurde tiefgefroren. Die möglichst zahlreichen Tester müssen tippen, welches gefroren war und welches nicht. Danach schauen wir, ob die Verteilung zwischen falschen und richtigen Einschätzungen ausgeglichen ist oder nicht. Relativ einfach zu testen...

    Das wär als zweite Fragestellung schon auch interessant, es mal objektiv zu testen. Dafür bräuchte man aber wohl ein paar mehr Hörner, um eine Idee zu bekommen, wie groß die natürliche Varianz der Messgröße ist und welcher gemessene Unterschied auch tatsächlich ein realer Unterschied ist...

    Ich gebe euch recht, Wärme erscheint einleuchtender, um Spannungen zu entfernen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass nach dem Einfrieren das auftauen kommt. Wenn das Horn beim Einfrieren ein paar Millimeter kürzer wird, werden die Spannungen im Material enorm zunehmen. Vielleicht kommt irgendwo im Prozess zu Verformungen, sodass dann nach dem Auftauen die Spannung insgesamt geringer ist. Eine festsitzende Holzschraube wird natürlich lockerer, wenn man sie eine Umdrehung lockert. Wenn man sie aber stattdessen mit Gewalt noch zwei Umdrehungen fester dreht und diese dann wieder rückgängig macht, ist sie auch lockerer - so nach dem Motto stell ich mir das vor.

    Zum Schluss noch ein Geständnis: Als pubertierender Soundsuchender habe ich vor vielen, vielen Jahren schon von diesem Verfahren gehört, dass die Alterung vorwegnehmen und so einen Vintagesound erzielen sollte. Es gab aber keine kommerziellen Anbieter, und Geld für so einen Käse hätte ich auch nicht gehabt. Ich hab mir aber gedacht, dass 300 Tage -20˚ auch nicht schlechter sein können als ein Tag -200˚ und habe mein Horn im esoterischen Wahn daher regelmäßig in der elterlichen Tiefkühltruhe zwischen gefrorenen Schnitzeln und roter Grütze gelagert. Ich glaub, dass sich das Horn durch diese Spinnerei wohl keinen Deut verändert hat (zum Glück auch nicht die Polster). Aber an Enthusiasmus und Begeisterungsfähigkeit hat es mir wohl nicht gemangelt. :)
     
  16. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Ja, bei Gummibärchen von Harribo hört der Spaß auf! Solche Dokumentationen gehören verboten! :ironie:
     
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  17. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Gab es auch keine farblichen Veränderungen durch die rote Grütze?
     
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  18. rbur

    rbur Mod

    Rote Grütze gibt einen wärmeren Sound. Für Bebop ist Waldmeister gut.
     
  19. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    @giuseppe
    Ab jetzt verwahre ich Dir die orangen, wenn Du dann gegen Deine grünen tauschst :D
     
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  20. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Deal!
     
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